Heute war es endlich soweit, dass unsere Fans das erste Heimspiel in der Coinmerce Super Handball League in der E-Technik Arena live erleben durften. Kein Geringerer als der letztjährige Aufsteiger aus der 1. Division, der HC Sprimont, kam voller Erwartungen nach Eupen. Der Auftaktniederlage der letzten Woche von beiden Teams wollte jeder Gegner nun einen Sieg folgen lassen.
Unsere Mannschaft musste leider mit einem klaren Handicap in die Begegnung gehen, fehlten mit Nicolai Zidorn, Joris Giroud und Mathias Rodado gleich 3 Spieler. Die Ausgangslage war somit nicht zu unserem Vorteil bestellt. Doch die Zielsetzung blieb: der erste Sieg sollte her.
Die Begegnung zwischen Eupen und Sprimont begann mit hohem Tempo und intensiver Physis. Sprimont setzte im ersten Angriff ein klares Zeichen, ließ sich vom aggressiven Heraustreten der Eupener Abwehr nicht beeindrucken und erzielte das frühe 0:1. Eupen suchte seinerseits den schnellen, variablen Abschluss, doch zunächst ohne Erfolg: Julian Kischbaum traf nur den Pfosten, während Sprimont abgeklärter agierte und auf 0:2 erhöhte.
In der 5. Minute bot sich Eupen die Chance vom Siebenmeterpunkt, doch Hugo Rodado scheiterte. Erst Geoffrey Lahonda brachte die Gastgeber in der 7. Minute mit dem 1:2 zurück ins Spiel. Kurz darauf glich Martin Massat zum 2:2 aus, ehe Lahonda eine Zeitstrafe kassierte – Sprimont nutzte den Vorteil zum 2:3. Julian Kischbaum stellte mit einem präzisen Wurf erneut den Ausgleich her. Die Anfangsphase war geprägt von Härte, Tempo und engen Duellen, die Frage stand im Raum, ob beide Teams dieses Niveau über 60 Minuten halten konnten.
Torhüter Max parierte den zweiten Siebenmeter der Gäste stark, doch das 3:5 und 4:6 fielen zu einfach: Eupens Abwehr stand nicht kompakt genug. Trainer Thomas Cauwenberghs reagierte mit der ersten Auszeit und forderte mehr Konsequenz im Abschluss sowie weniger technische Fehler. Die Ansprache zeigte Wirkung: Rodado traf sehenswert, Lahonda eroberte mit einer perfekten Finte den Ball, und Kjeld Dekker brachte Eupen mit dem 8:7 erstmals in Führung.
Beim 8:9 folgte bereits die zweite Auszeit Eupens – Sprimont blieb brandgefährlich. Mit der Einwechslung von Luca Beyer kam frischer Wind in den linken Rückraum. Aus dieser Phase resultierte der zweite Siebenmeter für Eupen, der jedoch erneut vergeben wurde. Beyer übernahm Verantwortung und glich zum 9:9 aus. Doch Sprimont blieb abgebrüht, verwandelte seinen dritten Strafwurf zum 9:10 und erhöhte kurz vor der Pause erneut vom Punkt auf 9:12. Luca Beyer setzte mit dem 10:12 den Schlusspunkt einer emotionalen und intensiven ersten Halbzeit.
Halbzeitstand 10-12
Eupen und Sprimont kamen nach der Pause zunächst schwer ins Rollen. Beide Teams tasteten sich ab, suchten nach Lücken, doch klare Torchancen blieben aus. Erst in der 33. Minute gelang es den Gästen, sich weiter abzusetzen und das 10:13 zu markieren. Eupen hielt dagegen: Kjeld Dekker verwandelte den dritten Strafwurf eiskalt, Luca Beyer traf zum 12:14. Doch Sprimont blieb konsequent und erhöhte auf 12:16, ehe Kjeld erneut verkürzte.
Die Eupener Abwehr fand in dieser Phase keinen stabilen Zugriff. Zu langsames Rückzugsverhalten und ein direkter Fehlpass im Angriff ermöglichten Sprimont das bittere 13:19 in der 41. Minute.
In der 42. Minute bot sich Eupen eine Chance: Sprimont musste in Unterzahl agieren. Doch der erste Versuch scheiterte – Julian fand seinen Meister im Gästetorhüter. Erst Martin Massat verkürzte ins leere Tor, gefolgt von einem starken Treffer von Geoffrey Lahonda aus spitzem Winkel zum 15:19. Eupen ließ jedoch erneut eine hundertprozentige Möglichkeit liegen, und das Angriffsspiel blieb zäh. Beim 15:20 (49.) schien die Partie zu entgleiten.
Doch Kjeld verwandelte einen weiteren Siebenmeter zum 16:20, während die Uhr gnadenlos herunterlief. Eupen kämpfte mit einem stark dezimierten Rückraum, doch plötzlich keimte Hoffnung auf: Ein Ball auf Linksaußen, sicher verwandelt – gleich doppelt. Fünf Minuten vor Schluss stand es 19:22.
Dann begann die Eupener Schluss-Offensive:
- Thomas Mormont trifft zum 20:22 und 21:22
- Die Halle explodiert
- Eupen wirft alles nach vorne.
- Geoffrey Lahonda erzielt den Ausgleich zum 22:22 – ein Treffer, der das Sprichwort bestätigt: Totgeglaubte leben länger
Ein Remis, das sich wie ein Sieg anfühlt – dank einer unglaublichen Aufholjagd, unbändigem Einsatz und 100 % Leidenschaft bis zur letzten Sekunde.