von Thomas Altenberg
Am Samstag dürfen sich die Fans der KTSV Eupen auf einen langen Handballabend am Stockbergerweg freuen. Nach dem Duell der Damen gegen Waasmunster empfangen die Herren KRAS Volendam. Die Niederländer stehen nach vier Spieltagen am Tabellenende – allerdings ist die Rote Laterne nicht allein auf die sportlichen Leistungen zurückzuführen. Die Favoritenrolle liegt also trotzdem bei den Gästen.
Auch die Bilanz gegen Volendam spricht bislang nicht für die KTSV Eupen. Seit dem Aufstieg in die Super Handball League trafen die Weserstädter achtmal auf die Niederländer – ein Sieg gelang ihnen dabei noch nie. Lediglich zwei Unentschieden stehen sechs Niederlagen gegenüber. Beim Blick auf die aktuelle Tabelle könnte man meinen, dass die Gelegenheit für den ersten Eupener Erfolg kaum günstiger sein könnte. Doch der Tabellenstand täuscht: Für Volendam begann die Saison mit einem folgenschweren administrativen Fehler. Beim internationalen Transfer des schwedischen Kreisläufers Axel Skoog war das notwendige Verfahren nicht vollständig abgeschlossen worden. Zwar war der Neuzugang beim Verein als spielendes Mitglied registriert, die internationale Freigabe war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vollständig abgewickelt.
Die Super Handball League reagierte mit empfindlichen Sanktionen. Betroffen waren die Begegnungen gegen Visé und Van Mossel/MG-Tachos/Witte Ster. In Visé hatte Volendam sportlich mit 33:36 verloren, während das Spiel gegen den Aufsteiger Tachos vor heimischem Publikum deutlich mit 43:21 gewonnen wurde. Beide Partien wurden nachträglich mit 0:10 gegen Volendam gewertet. Zusätzlich wurden dem Klub vier weitere Punkte abgezogen. Der Verein räumte den administrativen Fehler ein und übernahm dafür die Verantwortung, legte gleichzeitig aber Einspruch gegen die Sanktionen ein.
„Es wurde ein einziger unbeabsichtigter administrativer Fehler gemacht. Es gab weder eine Täuschungsabsicht noch eine bewusste Entscheidung, einen nicht spielberechtigten Spieler einzusetzen. Deshalb legen wir Einspruch ein und bitten um Kulanz und eine ausgewogene Beurteilung. Wir stellen die Regeln nicht infrage, bitten aber darum, die besonderen Umstände und die menschliche Seite dieser Situation zu berücksichtigen“, reagiert Vorstandsmitglied Joost Ooms auf der Internetseite des Vereins. Inzwischen wurde die internationale Freigabe vollständig abgewickelt, sodass Skoog am Samstag gegen Eupen spielberechtigt ist.
Mathias Rodado hat seine Kreuzband-OP erfolgreich überstanden.
Spielberechtigt ist Eupens Neuzugang Joris Giroud bereits seit Saisonbeginn, auf sein Debüt im KTSV-Trikot wartet der Franzose verletzungsbedingt allerdings noch.
Am vergangenen Montag kehrte der Rückraumspieler ins Mannschaftstraining zurück. Ob es bereits am Wochenende für einen ersten Einsatz reicht, ist noch offen. Für Trainer Thomas Cauwenberghs ist Girouds Rückkehr dennoch eine wichtige Verstärkung: Mit dem Franzosen bekommt er eine zusätzliche Option im Rückraum, die den bisherigen Stammkräften künftig ordentlich Konkurrenz machen soll. Positive Nachrichten gibt es auch von Mathias Rodado. Der zweite verletzte Neuzugang hat seine Kreuzbandoperation erfolgreich überstanden und kann nun mit der Rehabilitation beginnen. Der Bruder von KTSV-Linksaußen Hugo Rodado war im Sommer von Hubo Handbal nach Eupen gewechselt.
Die Weserstädter warten weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg. Bislang sprang lediglich beim Heimspiel gegen Sprimont ein Punkt heraus. Am Samstag bietet sich gegen Volendam die nächste Gelegenheit, den Knoten endlich platzen zu lassen.