Eupen reiste bereits ersatzgeschwächt zum ersten Auswärtsspiel der Saison. Mit Matthias Rodado und Joris Giroud fielen zwei der Neuzugänge verletzungsbedingt aus. Beide hatten sich in der Vorbereitung Knieverletzungen zugezogen, die leider einen längeren Ausfall nach sich ziehen und einen kurzfristigen Einsatz unmöglich machen.
Hubo erwischte den besseren Start und ging schnell mit 2:0 in Führung. Erst Aaron Brülls konnte in der 4. Minute zum 2:1 verkürzen. Der frischgebackene Supercup-Sieger 2026 war jedoch fest entschlossen, das erste Heimspiel nicht aus der Hand zu geben. Das zwischenzeitliche 3:1 unterstrich die Ambitionen der Gastgeber.
Auf Eupener Seite übernahm Kjeld Dekker die Rolle des zentralen Spielgestalters und versuchte, das Spiel in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Gäste hielten dagegen und verkürzten auf 3:2. Wenig später hatte Martin Massat nach einem perfekt vorgetragenen Gegenangriff sogar den Ausgleich auf der Hand, scheiterte jedoch am Torhüter, der die richtige Ecke ahnte und den Abschluss parieren konnte.
Als Hubo in der 11. Minute auf 5:2 davonzog, nahm Thomas Cauwenberghs seine erste Auszeit. Die Ansprache zeigte Wirkung. Nach einem harten Foul an Kjeld Dekker erhielt Eupen den ersten Siebenmeter der Partie, während Hubo die erste Zeitstrafe hinnehmen musste. Hugo Rodado verwandelte den Strafwurf sicher und leitete damit die Aufholjagd ein.
Dank guter Laufwege von Nicolai Zidorn und Julian Kirschbaum gelang Eupen in der 13. Minute der Anschluss zum 5:4. Kurz darauf erzielte Nicolai Zidorn den Ausgleich zum 5:5 und wenig später auch das 6:6. Zu diesem Zeitpunkt präsentierte sich Eupen als ebenbürtiger Gegner. Hubo verteidigte zwar stets einen knappen Vorsprung, doch Eupen ließ sich im geordneten Angriffsspiel nicht aus der Ruhe bringen.
Lediglich das Rückzugsverhalten nach Ballverlusten ließ gelegentlich zu wünschen übrig, wodurch Hubo mehrfach zu schnellen Gegenstoßtoren kam. Max Schunck erhielt diesmal den Vorzug vor Youri Denert im Tor und erwies sich in der ersten Halbzeit als sicherer Rückhalt.
Mit seinem vierten Treffer sorgte Nicolai Zidorn in der 20. Minute für das 8:8 und hielt Eupen weiterhin auf Tuchfühlung mit dem Favoriten aus Hasselt. Nach einer weiteren Auszeit von Hubo kam der junge Matteo Brüll ins Spiel und übernahm die Position von Kjeld Dekker im Spielaufbau. Der Youngster übernahm sofort Verantwortung, setzte sich entschlossen durch und erzielte selbst den Treffer zum 9:9.
Auf beiden Seiten wurde viel gewechselt, um das Spiel variabel und für den Gegner schwer ausrechenbar zu gestalten. Dennoch gelang es Hubo, sich kurz vor der Pause auf vier Treffer abzusetzen. Für Eupen kam die Halbzeitpause daher zum richtigen Zeitpunkt, um sich neu zu ordnen.
Eine offensivere Abwehr sollte verhindern, dass der körperlich starke Rückraum der Hasselter zu viel Entfaltungsraum erhält. In den letzten 30 Sekunden der ersten Halbzeit setzte Eupen nochmals alles auf eine Karte und agierte mit sieben Feldspielern. Der letzte Angriff blieb jedoch ohne Torerfolg.
Halbzeitstand: 14:10 für Hubo Handball.
Thomas Mormont und Geoffrey Lahonda ließen die Eupener Anhänger jubeln, als sie mit zwei schnellen Treffern für einen perfekten Start in die zweite Halbzeit sorgten und auf 14:12 verkürzten. Eupen war keineswegs bereit, sich kampflos zu ergeben. Dafür war die Partie bislang zu ausgeglichen verlaufen.
Nachdem Hubo zweimal erfolgreich war, setzte sich Julian Kirschbaum im Eins-gegen-Eins stark durch und erzielte das 16:13. Dem gelungenen Wiederbeginn folgten jedoch einige unnötige Abstimmungsfehler, die den Gastgebern erlaubten, ihren Vorsprung auf fünf Tore auszubauen. Gleichzeitig biss sich Eupen zunehmend die Zähne an der gut organisierten Hubo-Abwehr aus. Die Gäste hielten weiterhin an ihrer offensiven Deckungsvariante fest, was viel Kraft kostete.
Nach einer zu harten Abwehraktion von Thomas Mormont entschieden die Schiedsrichter auf Zeitstrafe und Siebenmeter für Hubo. Beim Stand von 20:14 wurde die Situation zusätzlich verschärft, als das zwischenzeitlich verwaiste Eupener Tor durch den Einsatz eines zusätzlichen Feldspielers zum 21:14 genutzt wurde.
Sid Hartel übernahm nun seine angestammte Position am Kreis und sollte dort mit seiner Präsenz für Unruhe und Lücken in der gegnerischen Defensive sorgen. Doch in der 40. Minute war der Rückstand bereits auf sieben Treffer angewachsen. Hubo präsentierte sich an diesem Abend als die konstantere Mannschaft und erlaubte sich kaum Schwächephasen. Der Ball lief flüssig durch die Reihen der Gastgeber, während kleinere technische Fehler im Eupener Angriffsspiel unmittelbar bestraft wurden. So stand es in der 42. Minute bereits 24:16.
Nun musste ein Ruck durch die Mannschaft gehen, wollte man das Spiel noch einmal spannend gestalten. Allerdings zeigte sich Eupen in der zweiten Halbzeit zu anfällig in der Defensive und machte dem Gegner mit einfachen Ballverlusten und unnötigen Fehlern zu viele Geschenke. Beim Stand von 26:20 in der 47. Minute blieb die Aufgabe weiterhin enorm schwierig.
Für einen besonderen Moment sorgte anschließend auch der zweite Eupener Youngster. Luca Beyer kam zu seinen ersten Einsatzminuten in der Super Handball League und ersetzte Hugo Rodado auf Linksaußen. Als Julian Kirschbaum wenig später auf 26:22 verkürzte, keimte noch einmal Hoffnung auf, vielleicht doch etwas Zählbares aus Hasselt mitzunehmen.
Die offensive Abwehrarbeit forderte jedoch zunehmend ihren Tribut. Immer wieder musste Eupen Angriffe bis kurz vor das passive Vorwarnzeichen ausspielen und zu Würfen aus schwierigen Positionen kommen. Beim Stand von 29:22 in der 52. Minute schien die Vorentscheidung gefallen. Hubo blieb unbeirrt, kontrollierte das Spielgeschehen und ließ die Gäste nicht mehr entscheidend herankommen.
Die Zeit lief Eupen davon. Sieben Tore Rückstand innerhalb weniger Minuten gegen einen Gegner von der Klasse Hubos aufzuholen, erwies sich als nahezu unmöglich. Dennoch stemmte sich die Mannschaft bis zum Schluss gegen die drohende Niederlage und suchte weiterhin konsequent den Torabschluss.
Zu allem Überfluss handelte sich Eupen eine weitere Zeitstrafe ein, was die ohnehin schwierige Ausgangslage zusätzlich verschlechterte. Die Moral stimmte jedoch bis zum Ende, niemand ließ den Kopf hängen. Kurz darauf musste sogar noch eine weitere Zeitstrafe von der Bank aus hingenommen werden, sodass Eupen zeitweise nur mit fünf Feldspielern agieren konnte.
Das 32:23 kurz vor Schluss entschied die Begegnung endgültig. Der Endstand von 34:24 fiel letztlich etwas zu deutlich aus und spiegelte den tatsächlichen Spielverlauf nicht vollständig wider. Über weite Strecken der Partie hielt der KTSV Eupen gut dagegen und zeigte insbesondere in der ersten Halbzeit eine Leistung auf Augenhöhe mit dem amtierenden Supercup-Sieger.
Endstand 34-24