KTSV Eupen - Handball in Eupen, Ostbelgien und Raum Aachen

Die längste Ausfahrt der Saison führte die KTSV Eupen zur JD Techniek Hurry-Up. Ein Gegner, der an guten Tagen unsere Kragenweite sein konnte, jedoch bereits 2 Siege aus den ersten 3 Spielen auf dem Habenkonto verbuchen konnten.

Eupen reiste mit einem vollständigen Kader sowie zwei Neuzugängen nach Holland. Jules Dauzet verstärkte den rechten Rückraum und Noah Massal rückte als zweiter Torhüter ins Aufgebot, da Max Schunck aufgrund von Rückenproblemen pausieren musste. Beide Mannschaften starteten konzentriert in die Partie. Die Abwehrreihen standen sicher, sodass die ersten Minuten torlos verliefen. Erst in der 4. Minute gelang Hurry-Up per Gegenstoß das 1:0. Wenig später erhöhten die Gastgeber auf 3:1. Geleitet wurde die Begegnung von Schmitz und Cappa, dem Schiedsrichtergespann Nummer eins der Saison 2025/26.

Der Positionsangriff war zu schwach im ersten Abschnitt

Den Anschlusstreffer für Eupen erzielte Geoffrey Lahonda nach einem direkten Ballgewinn und einem schnellen Gegenangriff über die rechte Seite. Im Positionsangriff tat sich die KTSV jedoch schwer gegen die aggressive Defensive der Gastgeber, die nach zehn Minuten mit 5:2 führten. Um mehr Durchschlagskraft zu entwickeln, kam Nicolai Zidorn für Aaron Brülls im linken Rückraum ins Spiel. Das Tempo der Begegnung blieb hoch. Eupen fand in der Anfangsviertelstunde überhaupt nicht ins Spiel. Nur zwei Tore in den ersten 13 Minuten waren in der SHL deutlich zu wenig.

Beim Stand von 6:2 sah sich Trainer Thomas Cauwenberghs gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Hinzu kam ein vergebener Siebenmeter von Geoffrey Lahonda. Ab der 16. Minute feierte Jules Dauzet sein Debüt für die KTSV. Gleich bei seiner ersten Aktion setzte er Geoffrey mustergültig in Szene, doch erneut rettete der Pfosten für Hurry-Up. Anschließend stellte Eupen auf eine offensive 3-2-1-Abwehr um, um den Spielfluss der Gastgeber zu unterbrechen. Dennoch fiel wenig später das 8:3 per Siebenmeter nach einem Duell zwischen Hurry-Up und Youri Denert. In der 21. Minute standen mit Julian Kirschbaum, Luca Beyer und Jules Dauzet vermutlich die jüngsten Rückraumspieler der Liga auf dem Feld. Die 18- bis 20-jährigen Akteure sollten den Rückstand verkürzen. Allerdings lief weiterhin wenig zusammen.

Eupen machte durch technische Fehler und Fehlpässe zu viele Gastgeschenke

Zu viele technische Fehler und Fehlwürfe verhinderten eine Aufholjagd. Trotzdem kämpfte sich Eupen mit etwas Glück auf 9:5 heran. Das 10:5 in der 25. Minute beantwortete Neuzugang Jules Dauzet postwendend mit dem 10:6. Kurz darauf wurde die Partie hektischer: Ein Abwehrspieler von Hurry-Up traf Jules Dauzet im Kopfbereich und wurde dafür völlig zurecht mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Die numerische Überlegenheit nutzte Eupen zum 10:7-Anschluss.

Wann immer sich die KTSV gute Torchancen erarbeitete, stand erneut der Pfosten im Weg. Die Gastgeber bestraften dies mit zwei weiteren Treffern. Erst dann fasste sich Sid Hartel ein Herz und verkürzte vom Kreis auf 12:8. Die zahlreichen Gastgeschenke in Form von technischen Fehlern und Fehlpässen mussten dringend abgestellt werden, wenn Eupen in dieser Partie noch eine Chance haben wollte. Bis zur Halbzeit blieb der Rückstand jedoch konstant.

Halbzeitstand: 13:8 für JD Techniek Hurry-Up.

Die zweite Halbzeit begann für Eupen in Unterzahl. Hurry-Up nutzte dies sofort aus und erzielte das 14:8 ins verwaiste Eupener Tor. Ein weiterer Fehlwurf und ein technischer Fehler hielten die Gastgeber komfortabel in Führung. Die Frage stellte sich mehr und mehr: Wie sollte es gelingen, den Fehlerteufel endlich abzuschütteln? Zum ohnehin fehlenden Spielglück kamen immer wieder eigene Unzulänglichkeiten hinzu. Eupen stand sich häufig selbst im Weg und machte es den Nordholländern zu leicht, ihren Vorsprung bis auf 18:9 auszubauen. Nur ein Treffer in den ersten sieben Minuten der zweiten Halbzeit war deutlich zu wenig.

Aufgaben war niemals eine Option, es wurde gekämpft

Von der Bank aus versuchten die Spieler ebenso wie Torhüter Youri Denert ihre Mannschaft unermüdlich anzufeuern. Aufgeben war keine Option, der Glaube an die eigenen Stärken blieb vorhanden, auch wenn der Spielstand von 20:11 eine deutliche Sprache sprach. Dann keimte kurz Hoffnung auf. Kjeld Dekker und Aaron Brülls verkürzten innerhalb von nur 30 Sekunden auf 20:13. Plötzlich war wieder etwas Energie im Eupener Spiel zu erkennen. In einzelnen Situationen zeigte die Mannschaft, wozu sie eigentlich in der Lage ist. Besonders über die schnelle Mitte gelang ein einfacher und sehenswerter Treffer.

Die körperlich starken Rückraumspieler von Hurry-Up stellten die Eupener Defensive jedoch weiterhin vor große Probleme. Mit viel Tempo und Durchschlagskraft suchten sie immer wieder den direkten Weg zum Tor. Beim Stand von 22:14 nahm Trainer Thomas Cauwenberghs seine zweite Auszeit. Noch einmal versuchte er, Lösungen zu finden, um den Rückstand zu verkürzen. Gegen einen an diesem Abend sehr starken Gegner blieb dies jedoch ein schwieriges Unterfangen.

Eupen fehlte es an Durchschlagskraft gegen einen körperlich starken Gegner

Eupen bemühte sich weiterhin, den Anschluss herzustellen, kam jedoch nur selten zu klaren Torchancen. Vor allem die rechte Angriffsseite blieb über weite Strecken nahezu wirkungslos. Zu wenig Druck, zu viele technische Fehler und ungenaue Abschlüsse verhinderten einen besseren Ertrag. Erst Jules Dauzet beendete die siebenminütige Torflaute mit dem Treffer zum 23:15. Kurz darauf konnte sich auch Geoffrey Lahonda endlich wieder erfolgreich durchsetzen. Zwei weitere Eupener Tore verkürzten den Rückstand auf 24:19, bei noch zehn verbleibenden Spielminuten. Nun galt es, konzentriert zu bleiben, Fehler zu vermeiden und jede Chance konsequent zu nutzen.

Doch die Uhr lief unaufhaltsam gegen die Gäste. Mit dem 26:19 in der 53. Minute war die Vorentscheidung praktisch gefallen. Matteo Brüll übernahm zwischenzeitlich die Spielmacherposition, um neue Impulse ins Angriffsspiel zu bringen. Gegen Ende der Partie erhielt zudem Neuzugang Noah Massal seine ersten Einsatzminuten im Eupener Trikot und ersetzte Youri Denert zwischen den Pfosten. Am Ende zog die KTSV Eupen nach einem insgesamt schwachen Auftritt im Norden Hollands verdient den Kürzeren. Die hohe Anzahl an technischen Fehlern, Fehlpässen und vergebenen Torchancen machte es nahezu unmöglich, den Gastgeber ernsthaft unter Druck zu setzen. Mit einer besseren Chancenverwertung und mehr Konsequenz im Spielaufbau wäre die Partie deutlich offener und ausgeglichener verlaufen.

Eine bittere 30-23 Niederlage!

So musste die Eupener Mannschaft die lange Heimreise mit einer bitteren 30:23-Auswärtsniederlage gegen JD Techniek Hurry-Up antreten. Trotz einzelner positiver Ansätze bleibt für die kommenden Wochen viel Arbeit, um die Fehlerquote zu reduzieren und wieder zu der Stabilität zurückzufinden, die das Team ausmachen sollte.