Für die KTSV-Herren stand eine lange Auswärtsfahrt nach Den Haag auf dem Programm. Gegner war BHB Healthcare/Hercules, das mit fünf Punkten Vorsprung auf die Eupener in die Partie gegangen war. Nach der enttäuschenden Niederlage beim damaligen niederländischen Aufsteiger in der vergangenen Saison hatten die Gäste noch eine Rechnung offen. Zudem sollten zwei wichtige Punkte im Kampf um den Anschluss an das Tabellenmittelfeld eingefahren werden.
KTSV-Herren verspielen deutliche Führung vor der Pause
Die Begegnung begann mit hohem Tempo und wenig defensiver Stabilität. Bereits nach drei Minuten führte Eupen mit 3:4. Beide Mannschaften suchten den direkten Weg zum Tor und fanden immer wieder einfache Abschlüsse. Joris Giroud verkürzte zunächst auf 6:5, doch Hercules stellte per Siebenmeter umgehend wieder den Zwei-Tore-Vorsprung her. Dennoch ließ sich die KTSV nicht abschütteln. Giroud sorgte wenig später sogar für die erste Eupener Führung zum 7:8.
Beim Stand von 8:8 nahm Hercules die erste Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt offenbarte die Partie vor allem in der Defensive auf beiden Seiten erhebliche Mängel. Bis zur 15. Minute war von geordnetem Abwehrspiel kaum etwas zu sehen.
In der Folge setzte sich Eupen zunehmend ab. Hugo Rodado erzielte zwei wichtige Treffer und brachte seine Mannschaft mit zwei Toren in Front. Wenig später erhöhte er per Gegenstoß der ersten Welle auf 10:13. Direkt danach legte Geoffrey Lahonda von Rechtsaußen zum 10:14 nach. Die Gäste schienen nun die Kontrolle übernommen zu haben.
Youri Denert gab mit einigen Paraden guten Rückhalt
Ein wichtiger Faktor war dabei Torhüter Youri Denert, der bereits in der ersten Viertelstunde mehrere starke Paraden zeigte. Gleichzeitig bereitete die erneut sehr offensiv ausgerichtete Eupener Abwehr den Gastgebern große Probleme. Hercules wirkte phasenweise ideenlos und fand kaum Lösungen gegen die aggressive Deckung. Hinzu kamen deutliche Schwächen im Rückzugsverhalten, die Eupen immer wieder für schnelle Gegenstöße nutzen konnte.
Nach 24 Minuten zeigte die Anzeigetafel beim Stand von 13:18 scheinbar eine klare Richtung an. Doch die Eupener verpassten es, den Sack frühzeitig zuzumachen. Zu viele technische Fehler, Ballverluste und Fehlwürfe hielten die Hausherren im Spiel. Besonders ärgerlich war ein vergebener Siebenmeter von Kjeld, der die Führung hätte weiter ausbauen können.
So bekam Hercules wieder Oberwasser. Die Gastgeber nutzten die Eupener Nachlässigkeiten konsequent aus und verkürzten Schritt für Schritt. Während beiden Teams weiterhin zu viele einfache Tore gelangen, schaffte es die KTSV nicht mehr, ihre zuvor gezeigte Dominanz aufrechtzuerhalten.
Statt mit einer komfortablen Führung in die Kabine zu gehen, mussten die Eupener nach einer schwachen Schlussphase der ersten Halbzeit mit einem enttäuschenden 18:19-Vorsprung vorliebnehmen. Nach einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung war dies letztlich deutlich zu wenig und ließ für die zweite Halbzeit noch alles offen.
2. Halbzeit: Eupen verspielt alle Chancen auf die Punkte
Die KTSV kam denkbar schlecht aus der Kabine. Nachdem man zur Pause noch mit 18:19 in Führung gelegen hatte, gelang es nicht, an die starke Phase der ersten Halbzeit anzuknüpfen. Hercules glich zunächst aus und übernahm wenig später erstmals die Führung zum 23:22. Plötzlich war von der Eupener Sicherheit nichts mehr zu sehen.
Dabei hatte es zwischenzeitlich den Anschein gehabt, als sei der Knoten geplatzt. Nun jedoch wirkten die Gäste verkrampft und vergaben selbst klarste Torchancen. Auch die Einwechslungen von Julian Kirschbaum und Matteo Brüll brachten zunächst nicht die erhoffte Stabilität ins Eupener Spiel. Die Fehlerquote blieb zu hoch, und als Jules Dauzet einen weiteren Siebenmeter nicht im Tor unterbringen konnte, schien das Spiel endgültig gegen die KTSV zu laufen.
Eupen ließ sich zunehmend vom hektischen Spielrhythmus des Gegners anstecken. Während Hercules mit seinem durchaus ungeordnet wirkenden Angriffsspiel immer wieder zu einfachen Torerfolgen kam, scheiterten die Gäste häufig an sich selbst. Beim Stand von 26:24 in der 46. Minute hatte sich das Blatt endgültig gewendet. Zu viele Abschlüsse landeten neben oder über dem Tor, dazu kamen technische Fehler und Ballverluste in entscheidenden Situationen.
Eupen fehlte es an Ruhe und Clevernessim Spiel
Handballerisch blieb die Begegnung über weite Strecken auf überschaubarem Niveau. Gerade im Angriff fehlten Eupen die notwendige Ruhe und Cleverness. Nach einer gelungenen Abwehraktion sorgte Nicolai Zidorn mit einem Gegenstoß zum 27:25 noch einmal für Hoffnung. Doch die schnellen Tore aus der ersten Welle, die in der ersten Halbzeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor gewesen waren, blieben im zweiten Durchgang weitgehend aus. Zudem ließ die Chancenverwertung weiterhin stark zu wünschen übrig.
Als die Eupener in der 53. Minute noch immer mit drei Toren zurücklagen, sollte eine Auszeit die Wende einleiten. Tatsächlich verkürzte Joris Giroud unmittelbar nach Wiederanpfiff auf 28:26. Das Spiel blieb offen und die Gäste hatten weiterhin die Möglichkeit, das Ruder herumzureißen.
Doch genau in dieser entscheidenden Phase fehlte die notwendige Abgeklärtheit. Eupen agierte zu hektisch, leistete sich weitere Fehlpässe und technische Fehler, während Hercules seine Angriffe konsequenter abschloss. Die Gastgeber erhöhten auf 30:27 und brachten sich damit bei noch dreieinhalb Minuten Restspielzeit in eine komfortable Ausgangslage.
In einer letzten Auszeit entschied sich die KTSV für volles Risiko und stellte auf sieben Feldspieler um. Doch auch dieser Versuch blieb erfolglos. Statt noch einmal heranzukommen, verlor Eupen den Ball und Hercules traf ins leere Tor zur Vorentscheidung.
Mit einem enttäuschenden 32-29 musste die Heimreise angetreten werden
Am Ende stand eine enttäuschende 32:29-Niederlage auf der Anzeigetafel. Nach einer vielversprechenden ersten Halbzeit und einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung gab die KTSV das Spiel noch aus der Hand. Ausschlaggebend waren die zahlreichen technischen Fehler, die schwache Chancenverwertung sowie die vergebenen Siebenmeter. So blieben zwei wichtige Punkte im Kampf um das Tabellenmittelfeld in Den Haag, während Eupen die Heimreise mit der Erkenntnis antreten musste, dass man sich eine derartige Fehlerquote in der SHL nicht leisten kann.