Mit Humby Bevo HC gastierte der amtierende Meister der Super Handball League in der E-Technik Arena.
Eupen fordert den Meister und führt zur Pause mit 15:13
Mit Humby Bevo HC gastierte der amtierende Meister der Super Handball League in der E-Technik Arena. Die Eupener Coaches schickten Geoffrey Lahonda, Martin Massat, Kjeld Dekker, Joris Giroud, Hugo Rodado, Thomas Mormont und Torhüter Youri Denert in die Startformation.
Die Hausherren erwischten einen Traumstart in die Partie. Joris Giroud eröffnete nach schönem Zuspiel den Torreigen zum 1:0, ehe Thomas Mormont am Kreis auf 2:0 erhöhte. Dahinter zeigte Torhüter Youri Denert bereits früh seine Klasse und entschärfte mehrere Würfe der Gäste. Nach dem ersten Gegentreffer schloss Hugo Rodado eine perfekt vorgetragene erste Welle zum 3:1 ab.
Eupen stand in der Defensive wie erwartet sehr hoch und versuchte, die Laufwege der Niederländer frühzeitig zu unterbinden. Mit Erfolg. Die Schwarz-Weißen präsentierten sich hochkonzentriert und bestimmten das Geschehen. Julian Kirschbaum traf mit einem sehenswerten Distanzwurf zum 4:1, und beim Stand von 6:3 nach neun Minuten hatte der KTSV das Spiel fest im Griff.
Eupen hatte eine starke Anfangsphase
Als Bevo die erste Zeitstrafe der Begegnung kassierte, nutzten die Gastgeber ihre Überzahl konsequent aus. Hugo Rodado stellte auf 7:3 und krönte damit eine starke Anfangsphase. Doch der Titelverteidiger fand anschließend besser in die Partie. Zwei unnötige Fehlpässe auf Eupener Seite sowie ein verwandelter Siebenmeter brachten die Gäste wieder heran. Beim 7:6 in der 15. Minute war die Begegnung plötzlich wieder völlig offen.
In dieser Phase übernahm Joris Giroud Verantwortung. Erst traf er eiskalt ins rechte obere Eck, wenig später stellte er kurz vor Ablauf des Zeitspiels auf 9:6. Die Partie wurde nun zunehmend intensiver. Bevo agierte in der Abwehr oftmals hart an der Grenze des Erlaubten, was auch die Zuschauer lautstark reklamierten. Zwei schnelle Gegenstöße der Niederländer sorgten dennoch dafür, dass der Vorsprung auf 10:9 zusammenschmolz.
Die Gastgeber erarbeiteten sich eine weitere Zeitstrafe gegen die Gäste, mussten jedoch zunächst einen Siebenmeter überstehen. Doch erneut war Youri Denert zur Stelle und parierte stark. Allerdings sah auch Eupen wenig später eine Zeitstrafe, sodass beide Mannschaften phasenweise in Unterzahl agierten.
Vor allem Aaron Brülls überzeugte in dieser Phase im zentralen Mittelblock und räumte kompromisslos auf. Geoffrey Lahonda erhöhte auf 13:10, und trotz einiger technischer Fehler im Angriff behielt Eupen die Kontrolle über das Spiel. Die Eupener Defensive agierte aggressiv nach dem Motto: „Greife den Angreifer an.“ Aaron Brülls belohnte sich zudem mit einem Treffer vom Kreis zum 15:11, kassierte anschließend jedoch selbst eine Zeitstrafe.
Schiedsrichter riskierten Ende der 1. Halbzeit die Kontrolle über das Spiel zu verlieren.
In den hektischen Schlussminuten vor der Pause wurde die Gangart immer härter. Nach einem groben Foul an Nicolai Zidorn musste Bevo erneut eine Zeitstrafe hinnehmen. Die Emotionen kochten auf den Rängen und auf dem Feld hoch, während die Schiedsrichter zunehmend Mühe hatten, die Partie zu beruhigen. Für großes Unverständnis sorgte schließlich die Rote Karte gegen Kjeld Dekker nach einem Foulspiel. Den fälligen Strafwurf verwandelten die Gäste zum Halbzeitstand von 15:13.
Nach einer starken ersten Halbzeit ging der KTSV Eupen verdient mit einer Zwei-Tore-Führung in die Kabine. Eine aggressive Abwehr, ein starker Youri Denert zwischen den Pfosten und viel Einsatzbereitschaft gegen den amtierenden Meister bildeten die Grundlage für eine bislang überzeugende Leistung.
Halbzeitstand 15-13
Nach einer starken ersten Halbzeit ging der KTSV Eupen mit einer 15:13-Führung in die Kabine. Doch auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie von zahlreichen diskutablen Schiedsrichterentscheidungen geprägt, die für viel Unruhe auf und neben dem Spielfeld sorgten.
Trotz einer schwierigen Ausgangslage und zeitweise nur drei Feldspielern erwischten die Gastgeber den besseren Start in die zweite Halbzeit. Geoffrey Lahonda erzielte das wichtige 16:13 und brachte die E-Technik Arena endgültig zum Kochen. Eupen spielte sich in einen wahren Rausch, blieb konzentriert und verteidigte zunächst seinen Drei-Tore-Vorsprung zum 18:15.
Der amtierende Meister aus den Niederlanden gab sich jedoch keineswegs geschlagen. Mit drei Treffern in Serie gelang Bevo in der 38. Minute erstmals der Ausgleich zum 18:18. Die Begegnung war nun völlig offen. Geoffrey Lahonda antwortete unmittelbar nach einer starken Parade von Youri Denert mit einem Tempogegenstoß zum 19:18.
Ein Kampf auf Messers Schneide bahnte sich an
Doch die Partie entwickelte sich zunehmend zu einem Kampf auf Messers Schneide. Martin Massat kassierte eine weitere Zeitstrafe, und erneut musste Eupen in Unterzahl agieren. Die Schiedsrichter verteilten ihre Sanktionen weiterhin großzügig. Nach einem Eupener Ballverlust gelang Bevo zunächst das 20:20 und wenig später mit dem 20:21 die erste Führung des bisherigen Spiels.
Joris Giroud hielt seine Mannschaft im Rennen, doch die Spannung in der Halle war mittlerweile greifbar. Als die Gäste sogar auf 20:22 erhöhten und ein weiterer Fehlpass das 20:23 ermöglichte, drohte das Spiel endgültig zu kippen. Trainer Thomas Cauwenberghs reagierte mit einer wichtigen Auszeit und versuchte, seiner Mannschaft wieder Ruhe und Struktur zu geben.
Eupen kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Thomas Mormont traf vom Kreis zum 22:24, ehe Nicolai Zidorn einen Siebenmeter für die Gastgeber sicher verwandelte. Mit mutigen Aktionen und wiederholtem Einsatz des siebten Feldspielers gelang schließlich der viel umjubelte Ausgleich zum 25:25.
Schlussphase als offener Schlagabtausch
Die Schlussphase entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Max Schunck zeigte wichtige Paraden und hielt die Schwarz-Weißen im Spiel. Dennoch brachte ein weiterer Ballverlust beim Spiel mit sieben Feldspielern Bevo erneut in Führung. Aaron Brülls stellte wenig später auf 27:27 und sorgte dafür, dass die Halle sechs Minuten vor dem Ende förmlich bebte.
Als Max Schunck erneut stark parierte und Hugo Rodado im Gegenzug das 28:27 erzielte, schien das Momentum wieder auf Eupener Seite zu liegen. Der Hexenkessel in der E-Technik Arena brodelte.
Aber der Meister bewies seine ganze Klasse. Bevo glich zunächst zum 28:28 aus und profitierte anschließend von zwei unnötigen Eupener Fehlern, die den Gästen innerhalb kürzester Zeit die vorentscheidende 30:28-Führung bescherten. 75 Sekunden vor Schluss bot sich Eupen noch einmal die Chance zurückzukommen. Nach einem Foul an Geoffrey Lahonda bekam Nicolai Zidorn die Möglichkeit vom Siebenmeterstrich zu verkürzen, doch der Gästetorhüter parierte den Wurf. Damit war die Entscheidung gefallen.
Die Gäste spielten die verbleibende Zeit clever herunter und sicherten sich einen 30:28-Auswärtssieg.
Für die KTSV Eupen bleibt am Ende eine äußerst bittere Niederlage. Über weite Strecken boten die Gastgeber dem amtierenden Meister Paroli, führten lange Zeit und zeigten eine kämpferisch herausragende Leistung. Umso größer ist die Enttäuschung, denn an diesem Abend wäre deutlich mehr möglich gewesen. Kleine Fehler in den entscheidenden Momenten sowie eine hektische Schlussphase verhinderten letztlich die verdiente Belohnung für einen leidenschaftlichen Auftritt vor einer großartigen Heimkulisse.