Am Sonntagnachmittag wartete eine richtig große Herausforderung auf uns: Wir treffen auf Sint-Truiden, den belgischen Vizemeister und Pokalsieger des vergangenen Jahres. Wir erwarteten ein intensives und hochklassiges Spiel – aber wir waren bereit, diese Herausforderung anzunehmen!
Die KTSV Eupen stand im Auswärtsspiel beim belgischen Meister Sint-Truiden vor einer schwierigen Aufgabe. Erschwerend kam hinzu, dass mit Karen eine wichtige Stütze im Abwehrzentrum fehlte. Die Amerikanerin war aufgrund der internationalen Woche mit der US-Nationalmannschaft unterwegs, um Qualifikationsspiele für die Olympischen Spiele gegen Kanada zu bestreiten. Ihr Fehlen sollte insbesondere im Mittelblock spürbar werden.
Die Partie begann aus Eupener Sicht denkbar schlecht. Zwar erspielte sich das Team bereits in den ersten Minuten mehrere hochkarätige Torchancen, doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. Sint-Truiden zeigte sich deutlich effizienter und bestrafte jede Nachlässigkeit konsequent. Bereits nach vier Minuten lag Eupen mit 0:3 zurück, nur zwei Minuten später stand es sogar 0:5. Erst Erika erlöste ihre Mannschaft mit dem ersten Treffer zum 6:1.
Trotz des frühen Rückschlags ließ sich Eupen nicht hängen. Die Mannschaft arbeitete sich Schritt für Schritt zurück in die Begegnung. Die Abwehr fand immer besser ihre Ordnung, während Torhüterin Liese zunehmend zum Rückhalt wurde. Nach einem gehaltenen Siebenmeter und mehreren starken Paraden gab sie ihrem Team das nötige Selbstvertrauen. Vorne übernahm Nolwen Verantwortung und verwandelte einen Siebenmeter zum 7:5. Kurz darauf verkürzte Eupen in Überzahl sogar auf 7:6 und war nach dem katastrophalen Start plötzlich wieder voll im Spiel. Als Ilona nach einem sehenswerten Zuspiel von Lucie in der 21. Minute zum 8:7 traf, war die Partie wieder völlig offen.
In der Folge bekam Eupen jedoch Probleme im Abwehrzentrum. Genau dort machte sich das Fehlen von Karen bemerkbar. Sint-Truiden fand immer wieder Lücken durch die Mitte und konnte sich erneut etwas absetzen. Beim Stand von 12:8 schien das Momentum wieder auf Seiten der Gastgeberinnen zu liegen. Doch Eupen blieb dran. Nolwen und Eva verkürzten auf 12:10 und hielten ihr Team im Spiel. Eine anschließende Unterzahlphase nutzte Sint-Truiden allerdings konsequent aus, sodass die Gastgeberinnen mit einer 14:10-Führung in die Halbzeit gingen.
Halbzeitstand: 14:10
Nach dem Seitenwechsel zeigte Eupen die richtige Reaktion. Liese eröffnete die zweite Halbzeit direkt mit einer Parade, vorne wurde ein Siebenmeter herausgeholt und sicher verwandelt. Die Gäste kämpften sich Tor um Tor heran. Nolwen verkürzte auf 15:12, wenig später überstand die Mannschaft sogar eine Unterzahl ohne Gegentor. Die Abwehr arbeitete jetzt aggressiver und geschlossener, während im Angriff die Chancen konsequenter genutzt wurden. In der 38. Minute war es schließlich soweit: Eupen verkürzte auf 16:15 und hatte den belgischen Meister wieder voll unter Druck gesetzt.
Doch gerade in dieser Phase, als das Spiel zu kippen drohte, leistete sich Eupen eine kurze Schwächeperiode. Einige technische Fehler und unkonzentrierte Aktionen reichten gegen einen Gegner von der Qualität Sint-Truidens aus, um den zuvor hart erarbeiteten Anschluss wieder zu verlieren. Innerhalb weniger Minuten wuchs der knappe Rückstand von einem Tor auf fünf Treffer an. Aus dem 16:15 wurde ein 20:15, später ein 21:16. Die Eupener Trainerbank reagierte mit einer Auszeit, doch der Lauf der Gastgeberinnen ließ sich nicht mehr stoppen.
Dass die Partie nicht schon früher entschieden war, lag vor allem an Torhüterin Liese. Mit mehreren herausragenden Paraden hielt sie ihre Farben bis in die Schlussphase hinein im Spiel. Beim Stand von 22:18 keimte noch einmal Hoffnung auf, doch die fehlende Chancenverwertung und weitere technische Fehler verhinderten eine erneute Aufholjagd. Sint-Truiden nutzte die sich bietenden Möglichkeiten eiskalt und zog in den letzten Minuten endgültig davon.
Endstand: Sint-Truiden 29 – KTSV Eupen 23
Am Ende stand eine 29:23-Niederlage für den KTSV Eupen. Das Ergebnis fällt dabei etwas deutlicher aus, als der tatsächliche Spielverlauf vermuten lässt. Nach einem 0:5-Fehlstart zeigte die Mannschaft großen Charakter, kämpfte sich mehrfach zurück und war in der zweiten Halbzeit beim 16:15 sogar drauf und dran, die Begegnung komplett zu drehen. Letztlich machten jedoch die bessere Effizienz und die größere Konstanz des belgischen Vizemeisters den Unterschied. Positiv bleibt die Moral der Mannschaft, die bis zum Schlusspfiff nie aufgab, sowie die starke Leistung von Liese im Tor. Nun gilt es, die richtigen Lehren aus diesem Spiel zu ziehen und mit Blick auf die kommenden Aufgaben weiter an Chancenverwertung und Konstanz zu arbeiten.
Kopf hoch, weiterarbeiten und gemeinsam weitermachen. 🔴⚪️💪