KTSV Eupen - Handball in Eupen, Ostbelgien und Raum Aachen

Spitzenspiel-Atmosphäre am Samstagnachmittag: Tabellendritter gegen Tabellenfünfter, eine gut gefüllte Halle und die Hoffnung auf den nächsten wichtigen Erfolg. Die Voraussetzungen für einen spannenden Handballnachmittag waren geschaffen, und von Beginn an war die Anspannung auf beiden Seiten deutlich spürbar.

Unsere Damen erwischten zunächst den besseren Start. Die Abwehr stand kompakt, vorne zeigte sich Nolwen treffsicher und brachte ihre Farben mit zwei frühen Toren in Front. Nach wenigen Minuten lag unsere Mannschaft mit 2:1 vorne und behauptete sich auch in der Folge auf Augenhöhe. Als die Gäste nach einer Zeitstrafe in Unterzahl gerieten, nutzten Erika und Cara eine schöne Kombination zur 4:3-Führung, ehe Shana das 5:4 nachlegte. Die Partie kippte plötzlich. Während der Gegner konsequent seine Chancen nutzte, schlichen sich bei unseren Damen immer mehr technische Fehler ein. Ballverluste und ungenaue Abschlüsse ermöglichten den Gästen einfache Tore, sodass aus dem knappen Vorsprung binnen kurzer Zeit ein 5:9-Rückstand wurde. Bereits nach zehn Minuten sah sich der Trainer gezwungen, mit einer Auszeit einzugreifen.

Evita war ein guter Rückhalt im Tor

In dieser schwierigen Phase war auf eine Verlass: Torhüterin Evita. Mit starken Paraden, darunter ein abgewehrter Siebenmeter, hielt sie ihre Mannschaft im Spiel und verhinderte einen noch größeren Rückstand. Offensiv fehlte dagegen oft das nötige Quäntchen Glück. Mehrere Würfe landeten am Pfosten, ehe Erika mit dem 6:10 die lange Torflaute beendete. Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto besser fanden unsere Damen wieder in die Begegnung. Erika übernahm Verantwortung, traf mehrfach und führte ihr Team zurück ins Spiel. Zusammen mit Cara verkürzte sie den Abstand auf 10:13 und zwang damit sogar den gegnerischen Trainer zur Auszeit. Die Hoffnung auf die Wende war zurück, doch bis zur Halbzeitsirene gelang keine weitere Aufholjagd mehr. Mit einem 11:15-Rückstand ging es in die Kabinen.

Halbzeitstand 11-15

Nach dem Seitenwechsel war die Marschroute klar: aggressiver verteidigen, schneller nach vorne spielen und die unnötigen Ballverluste vermeiden. Doch genau das gelang zunächst nicht. Die Gäste blieben konzentriert und bauten ihren Vorsprung innerhalb weniger Minuten auf 11:17 aus. Unsere Mannschaft kämpfte zwar, fand aber weiterhin nicht zu ihrem gewohnten Rhythmus. Auch die zweite Auszeit brachte zunächst nicht die erhoffte Wende. Beim Stand von 17:25 schien die Partie bereits entschieden. Trotzdem bewiesen unsere Damen Moral. Jodie setzte mit einem sehenswerten Lupfer ein Ausrufezeichen und erzielte bereits ihren dritten Treffer. Erika und Luka verkürzten weiter, Nolwen verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt, und für einen kurzen Moment keimte wieder Hoffnung auf.

Immer dann, wenn die Möglichkeit bestand, den Rückstand entscheidend zu verkleinern, machten sich unsere Damen das Leben selbst schwer. Weitere Ballverluste sorgten dafür, dass der Gegner immer wieder zu einfachen Toren kam und den Abstand konstant hielt. So stand es in der 22. Minute bereits 21:30. Dann setzte der Trainer alles auf eine Karte. Mit einer konsequenten Manndeckung brachte er noch einmal frischen Schwung ins Spiel. Plötzlich wirkten die Gastgeberinnen deutlich aggressiver, eroberten Bälle und verkürzten innerhalb kürzester Zeit von 21:30 auf 24:30. Die Halle war wieder da, die Mannschaft kämpfte leidenschaftlich um jeden Ball, und die Gäste gerieten erstmals wieder spürbar unter Druck.

Der Kampfgeist reichte nicht zum Comeback

Das große Comeback blieb aus. Der Rückstand war zu diesem Zeitpunkt bereits zu groß, und trotz ungebrochenem Einsatz bis zur letzten Sekunde konnten unsere Damen die Wende nicht mehr erzwingen. Über 26:32 ging es in die Schlussphase, ehe die Partie schließlich mit 27:33 endete. Am Ende bleibt eine Niederlage, die durchaus vermeidbar gewesen wäre. Über weite Strecken zeigte die Mannschaft, dass sie mit einem starken Gegner mithalten kann. Besonders die Anfangsphase und die Schlussminuten nach der Umstellung auf Manndeckung machten deutlich, welches Potenzial in diesem Team steckt. Evita überzeugte mit zahlreichen starken Paraden, Erika übernahm in schwierigen Momenten Verantwortung, und die gesamte Mannschaft bewies großen Kampfgeist.

Endstand 27-33

Entscheidend waren letztlich die vielen technischen Fehler und Ballverluste, die in einem Spitzenspiel auf diesem Niveau gnadenlos bestraft werden. Trotzdem gibt es keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Die Moral stimmte bis zum Schluss, und genau darauf lässt sich aufbauen. Ein herzliches Dankeschön gilt den zahlreichen Zuschauern, die trotz der ungewohnten Anwurfzeit den Weg in die Halle gefunden und unsere Damen lautstark unterstützt haben.

Jetzt heißt es: Spiel analysieren, Fehler abstellen und den Blick nach vorne richten. Die nächste Chance kommt bestimmt.