Samstagabend 19.00 Uhr und es ging los im ersten Spiel des Abstiegskampfs um den Verbleib in der SHL. Die KTSV Herren verschlug es nach Houten, unweit von Utrecht. Handball Houten, das mit nur 2 kleinen Punkten die reguläre Meisterschaftserie abschloss, musste heute Abend bezwungen werden, um kommenden Samstag den 02. Mai den Deckel drauf zu setzen, um am Finaltag am 10. Mai um den 11. Tabellenplatz zu spielen.
Fotos: Bernd Rosskamp
Furiose erste Hälfte mit offenem Schlagabtausch
Ohne den beruflich verhinderten Simon Bock, dafür aber mit dem wiedergenesenen Julian Kirschbaum auf der rechten Seite, ging Eupen in die Partie. Und der Start hatte es direkt in sich: Ein perfekt ausgespielter Kempa auf Lou Peters brachte Eupen früh auf die Anzeigetafel. Doch die Freude währte nur kurz, denn Houten schlug im direkten Gegenzug zurück.
Torhüter Youri Denert konnte bereits in den Anfangsminuten mit einer starken Parade ein erstes Ausrufezeichen setzen, ehe Nicolai Zidorn die Gäste mit dem Treffer zum 1:2 erneut in Führung brachte. In der Folge kassierte Eupen jedoch eine frühe Zeitstrafe, musste in Unterzahl agieren und wurde prompt bestraft – Houten drehte das Spiel auf 3:2.
Beim Stand von 4:2 folgte der nächste Nackenschlag: Strafwurf für die Gastgeber, der zum 4:3 verwertet wurde. Eupen wirkte zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll im Spiel, die Abstimmung passte noch nicht. Houten nutzte das aus und erhöhte in der 10. Minute auf 5:3. Doch Eupen blieb dran – Hugo Rodado verkürzte sehenswert auf 5:4.
Dann übernahm Lou Peters Verantwortung: Strafwurf Nummer zwei verwandelte er eiskalt zum 5:5-Ausgleich. Wenig später legte er sogar die 5:6-Führung nach. Nach dem erneuten Ausgleich war es wieder Rodado, der Eupen mit dem Treffer zum 6:7 vorne hielt. Ein unnötig verursachter Strafwurf brachte Houten jedoch erneut zurück – 7:7, Youri Denert war chancenlos.
Jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nicolai Zidorn stemmte sich sprichwörtlich gegen den Lauf des Spiels und erzielte mit viel Körpereinsatz das 7:8 (18.). Die Partie wurde schneller, intensiver, emotionaler. Zidorn blieb der Dreh- und Angelpunkt im Angriff und sorgte mit zwei energischen Aktionen für das 8:10 und 8:11. Doch auch darauf fand Houten sofort eine Antwort – 9:11.
Der dritte Strafwurf des Abends landete erneut bei Lou Peters, der auch dieses Mal keine Nerven zeigte und auf 9:12 stellte. Eupen profitierte nun von mehreren starken Paraden von Denert, doch Houten kämpfte sich zurück und stellte auf 11:12. Eupen war gefordert, Ruhe zu bewahren.
Es kam, wie es oft kommt: einige unnötige Fehler, und schon stand es in der 26. Minute wieder unentschieden – 12:12. Die erste Auszeit sollte Stabilität bringen. Mit Erfolg: Denert glänzte erneut im direkten Gegenangriff, ehe Luka Lanchava mit dem Treffer zum 12:13 den Knoten löste. Das anschließende Tor zum 12:14 bedeutete schließlich den Schlusspunkt einer temporeichen, intensiven ersten Hälfte.
An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Bernd Rosskamp, der uns nicht nur heute begleitet hat, sondern seit vielen Jahren ein treuer Fan und Supporter, der uns atemberaubende Fotos macht von den vielen Spielen unserer KTSV Eupen. (Danke Bernd!)
Halbzeitstand 12-14
Eupen kam deutlich wacher aus der Kabine und setzte früh das erste Ausrufezeichen der zweiten Halbzeit.
Mit einem konzentrierten Auftritt zogen die Gäste auf 13:16 davon und signalisierten sofort, dass sie das Spiel nun in die richtige Richtung lenken wollten. Thomas Mormont übernahm Verantwortung, suchte mutig den Abschluss und holte einen weiteren Strafwurf heraus – doch diese Gelegenheit blieb ungenutzt. Houten nutzte das und verkürzte auf 15:16, Eupen ließ sich kurzzeitig von der zunehmenden Hektik anstecken und verlor etwas den Faden.
Von der Tribüne kam nun umso mehr Rückhalt: Die Eupener Fans pushten ihr Team mit Trommeln, Megafon und lautstarken Gesängen. Diese Unterstützung zeigte Wirkung. Ein sauber vorgetragener Gegenangriff über Geoffrey Lahonda brachte in der 39. Minute das 16:18. Jérôme Majean setzte anschließend ein klares Zeichen, ging mit voller Wucht in die Aktion und netzte zunächst zum 17:19 ein, ehe er wenig später sogar auf 17:20 erhöhte (42.).
Die Halle tobte, Houten machte Stimmung wie bei einem echten Heimspiel. Doch Eupen blieb cool. Ein gehaltener Gegenstoß der Gastgeber wurde eiskalt bestraft – Eupen zog auf 18:22 davon und legte direkt nach: Ein Kempa über Lahonda sorgte für das 18:23. In der Defensive der Gastgeber schlichen sich nun Abstimmungsprobleme ein, Eupen nutzte die sich bietenden Räume konsequent und setzte sich bis zur 50. Minute auf 20:26 ab.
Für einen Siebenmeter kam Max Schunck zwischen die Pfosten – und behielt die Oberhand. Kurz darauf tankte sich Lou Peters entschlossen durch und stellte auf 21:27. Zwar ließ Sid Hartel zunächst noch eine gute Möglichkeit liegen, doch spätestens das 22:28 in der 53. Minute hatte vorentscheidenden Charakter. Hartel machte seinen Fehler umgehend wett und erhöhte auf 22:29. Auch Julian Kirschbaum trug sich nun in die Torschützenliste ein und traf zum 23:30 (56.).
In den Schlussminuten ging es noch einmal hin und her, doch am Ausgang der Partie änderte sich nichts mehr. Das 26:31 in der letzten Minute war lediglich Ergebniskosmetik. Eupen sicherte sich einen verdienten Sieg – wissend, dass im Rückspiel die Tordifferenz noch entscheidend sein kann.
Endstand 26-31
Ein paar Eindrücke vom Spiel
Fotos: Bernd Rosskamp