KTSV Eupen - Handball in Eupen, Ostbelgien und Raum Aachen

Die Partie begann unter schwierigen Vorzeichen: Eupen musste gleich auf fünf Stammkräfte verzichten. Sid Hartel, Mikka Förster, Jérôme Majean, Youri Denert und Luka Lanchava fielen aus privaten Gründen, krankheits- oder berufsbedingt aus. Das wurde ein schwieriges Unterfangen. Aus der zweiten Mannschaft rückten dafür aber die jungen Talente Noah Neumann, Daris Dobojak, Bryan Frank und Aaron Brülls nach, um ein wenig die Lücke zu schließen.

Trotz der neu formierten Aufstellung gelang Eupen ein stabiler Start, der erste Angriff Visés wurde direkt abgewehrt. Beide Teams fanden zunächst gut in die Begegnung (1:1), ehe zwei Angriffsfehler den Gastgebern eine 3:1‑Führung ermöglichten. Eupen antwortete mit dem Anschlusstreffer zum 4:2. In der siebten Minute verwandelte Visé den ersten Strafwurf, worauf Lou Peters im Gegenzug ebenfalls per Siebenmeter sicher auf 5:3 stellte.

Ein gewonnenes Duell in der Abwehr eröffnete anschließend einen erfolgreichen Tempogegenstoß zum 7:5 (12.). Kurz darauf nahm sich Geoffrey Lahonda auf Rechtsaußen ein Herz und markierte das 8:6. Eupen blieb jedoch in der ersten Hälfte fehleranfällig – Ungenauigkeiten im Angriff spielten Visé mehrfach in die Karten. In der 15. Minute nutzten die Gastgeber diese Phase zu einem Drei-Tore-Lauf.

Hugo Rodado hielt Eupen mit einem Treffer von Linksaußen im Spiel, doch Defensivprobleme – oft einen Schritt zu spät – verhinderten eine stabilere Phase. Nach einem Foul an Martin Massat kam Eupen in der 18. Minute zur ersten Überzahlsituation, doch der fällige Strafwurf wurde pariert. Mehr als ein Tor konnte Eupen in dieser Phase nicht gutmachen (14:12).

Die Partie blieb zwar umkämpft, doch die Abwehr fand zu selten den nötigen Zugriff. Visé setzte sich erneut auf fünf Treffer ab (17:12), ehe zwei sauber ausgespielte Angriffe Eupen wieder auf 17:14 heranbrachten. Der Wille war sichtbar – doch nur eine geringere Fehlerquote hätte eine echte Wende ermöglicht.

Trainer David L’Hoest reagierte und stellte wie im Hinspiel auf eine höhere Abwehrformation um. Der Effekt blieb jedoch aus: Visé kam unmittelbar zu zwei einfachen Treffern (19:15) und verwertete anschließend auch einen abgeprallten Ball konsequent.

Mit einem aus Eupener Sicht ernüchternden 21:16 ging es in die Halbzeit – ein Rückstand, der angesichts mehrerer eigener Ballverluste deutlich höher ausfiel, als es der Spielverlauf eigentlich nötig gemacht hätte

Halbzeitstand 21-16

Visé kam wie ausgewechselt aus der Kabine und setzte sofort ein erstes Ausrufezeichen: Ein schneller herausgeholter Siebenmeter brachte das 22:16 – und ehe Eupen sich sortieren konnte, war der Rückstand bereits auf sieben Treffer angewachsen (24:17). Die Gäste fanden in dieser Phase keinerlei Mittel, um den Lauf der Hausherren zu stoppen.

Während Eupen zu Beginn der zweiten Hälfte vergeblich nach einem Weg suchte, wieder Anschluss zu finden, spielte Visé seine Angriffe konsequent zu Ende und baute den Vorsprung Zug um Zug aus. Defensiv agierte Eupen zu passiv, ließ zu viele ungestörte Würfe zu und fand auch im Eins-gegen-eins nicht das nötige letzte Quäntchen Entschlossenheit. So leuchtete beim 28:21 (42.) bereits ein klares Bild auf der Anzeigetafel.

Für zusätzliche Diskussionen sorgte eine Szene um Lou Peters: Nach einem ungeahndeten Foul erhielt ausgerechnet er eine Zeitstrafe, weil sein bedrängter Wurf den Torhüter am Kopf traf. Eupen gab sich dennoch nicht auf, kämpfte sich kurzzeitig auf sechs Tore heran – echte Gefahr für Visé entstand aber nie. In der 48. Minute holte Peters erneut eine Zeitstrafe und gleichzeitig einen Siebenmeter heraus, der das 30:24 bedeutete. Doch ein Gegentor in Unterzahl stellte den alten Abstand von sieben Treffern postwendend wieder her.

In der Schlussphase dominierte Visé nach Belieben. Acht Minuten vor dem Ende zog der Gastgeber mit einem weiteren Strafwurf und drei Toren in Serie auf 35:26 davon – die Eupener Gegenwehr wirkte nun endgültig gebrochen. Eine Auszeit sollte nochmals Struktur bringen, änderte aber nichts mehr am Spielverlauf.

Positiv: Die jungen Spieler bekamen Einsatzzeit. Noah Neumann und Bryan Franck sammelten wertvolle Minuten, wobei Franck sich sogar mit einem Treffer eintrug und Neumann den 28. Eupener Treffer erzielte.

Am Ende stand ein bitteres Resultat auf der Anzeigetafel: 39:28 für Visé. Eine deutliche Angelegenheit, in der die Hausherren ihre Überlegenheit vor allem in der zweiten Halbzeit konsequent ausspielten.

Endstand 39-28