Am Samstagabend ging es ins 2. Halbfinale der Abstiegsrunde der Coinmerce Super Handball League, um sich den Platz im Finale um den 11. Platz zu sichern.
Fotos: Bernd Rosskamp
Den heutigen Gegner aus Houten bei Utrecht konnten die Hausherren bereits letzte Woche mit einem sicheren 26-31 Auswärtssieg auf Distanz halten, um heute den Sack zu zu machen.
Ein kompletter Kader stand dem Trainerteam zur Verfügung und sollte je nach Spielverlauf auch jeder eingesetzt werden.
Eupen behält die Nerven und geht mit klarer Führung in die Pause
Eupen legte von Beginn an ein hohes Tempo an den Tag und kam gleich im ersten Angriff zu einer guten Gelegenheit – doch Handball Houten hatte ebenso Pech im Abschluss. Den ersten Treffer der Partie markierte schließlich Hugo Rodado, der den Torreigen zum 1:0 eröffnete und wenig später im zweiten Anlauf auch das 2:1 nachlegte.
Die Anfangsphase gestaltete sich offen und intensiv. Thomas Mormont stellte mit dem 3:2 die erneute Führung her, doch Houten antwortete prompt: Der Gast glich zunächst aus und ging wenig später sogar mit 3:4 in Führung. Eupen zeigte sich davon unbeeindruckt. Lou Peters fasste sich ein Herz, zog von links ab und traf zum Ausgleich.
Von Ausgeglichenheit geprägt war vor allem die Startphase: Eupen traf gleich zweimal den Pfosten, ohne dafür belohnt zu werden. Dennoch blieb die Mannschaft aufmerksam. Nicolai setzte sich stark durch und bediente Hugo Rodado mustergültig auf außen – das 5:5 war die Folge. Keine der beiden Mannschaften konnte sich zunächst entscheidend absetzen, das 6:6 spiegelte das Kräfteverhältnis treffend wider.
Dann übernahm Simon Bock die Bühne: Mit einem kraftvollen Wurf ließ er das Netz zum 7:7 erzittern und legte im direkten Gegenangriff gleich den nächsten Treffer nach. Auch Martin Massat zeigte Verantwortung und brachte Eupen mit seinem Tor zum 10:9 erneut in Front. Zwar blieb das Spiel eng, doch das Resultat spielte Eupen in die Karten, da man mit einem komfortablen Fünf-Tore-Polster aus dem Hinspiel in die Partie gegangen war. Ungeachtet dessen war die Marschroute klar: Eupen wollte auch dieses Spiel gewinnen.
Ein entscheidender Moment folgte in der 20. Minute: Max Schunck kam für Youri Denert zwischen die Pfosten – und setzte sofort ein Ausrufezeichen. Mit einer spektakulären Parade hielt er sein Tor sauber, ehe Nicolai Zidorn erstmals eine Zwei-Tore-Führung herstellte. Kurz darauf erhöhte Eupen per Siebenmeter auf 12:9. Die Frage stand im Raum: War nun der Knoten geplatzt?
Die Partie wurde in der Folge etwas härter. Nach der ersten Zeitstrafe gegen Houten nutzte Eupen die Überzahl: Julian Kirschbaum traf sicher von Rechtsaußen, wenig später ließ sich Jérôme Majean beim Wurf auf das leere Tor nicht bitten – 14:10 in der 24. Minute.
Spätestens beim 15:10 musste Houten reagieren und nahm eine dringend benötigte Auszeit, um sich neu zu ordnen. Doch Eupen blieb am Drücker. Max Schunck wuchs im Tor weiter über sich hinaus, parierte stark und stellte mit einem gehaltenen Siebenmeter seine Klasse unter Beweis. Vorne legte Luka Lanchava zum 16:10 nach.
Kurz vor der Halbzeit nahm auch Eupen eine Auszeit, um etwas Ruhe in die hektische Schlussphase zu bringen. Mit sieben Feldspielern agierend, setzte Lou Peters den Schlusspunkt der ersten Hälfte und erzielte den Halbzeitstand von 17:12. Eupen verabschiedete sich damit mit einer verdienten Führung in die Pause – und stellte früh die Weichen auf Sieg
Halbzeitstand 17-12
Eupen bringt den Heimsieg ins Ziel
Mit dem Wiederanpfiff war klar: Houten würde noch einmal alles in die Waagschale werfen, um das Spiel zu drehen. Doch zunächst hatte der Gegner den besseren Start. Das 18:14 ging an die Gäste, ebenso der folgende Siebenmeter. Doch auf Eupener Seite ragte weiter Max Schunck heraus, der sich einmal mehr als sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten präsentierte. Eine weitere Parade des Torhüters und zwei blitzsauber vorgetragene Tempogegenstöße stellten den Spielstand rasch auf 21:14.
Dann eine kritische Phase für Eupen: Sid Hartel sah die erste Zeitstrafe, wenig später folgte eine weitere unglückliche Entscheidung gegen Nicolais. Innerhalb kürzester Zeit musste Eupen 30 Sekunden in doppelter Unterzahl überstehen – und geriet ins Wanken. Drei Treffer in Folge brachten Houten wieder heran, der Vorsprung schrumpfte auf vier Tore.
Lou Peters zeigte sich vom Strich jedoch nervenstark und verwandelte den nächsten Strafwurf souverän. In Überzahl vernachlässigte Eupen allerdings zeitweise den Mittelblock in der Abwehr, was Houten konsequent zum 24:21 nutzte (43.). Die komfortable Sieben-Tore-Führung war dahin, binnen weniger Minuten betrug der Abstand nur noch zwei Treffer. Unachtsamkeiten im Angriff und zu spätes Herausgehen in der Defensive luden den Gegner förmlich ein, das Spiel wieder offen zu gestalten.
In dieser Phase war es Hugo Rodado, der Verantwortung übernahm und mit seinem Treffer zum 26:24 (46.) für etwas Entlastung sorgte. Ein Foul an Simon Bock brachte Eupen anschließend eine Zeitstrafe für Houten und neuen Schwung. Zwar vergab Sid Hartel zunächst von außen, doch erneut war es Hugo, der zum 27:25 nachlegte.
Eine offensivere Abwehrformation sollte Houten nun aus dem Konzept bringen – mit Erfolg. Luka Lanchava setzte sich energisch durch, zog den nächsten Siebenmeter und Lou Peters blieb auch diesmal eiskalt (28:26). Mittlerweile stand Youri Denert im Tor und fügte sich nahtlos ein, glänzte ebenfalls mit starken Paraden. Wieder war es Rodado, der sich durchtankte und auf 29:26 erhöhte.
Das Spiel wurde nun temporeich, beide Teams suchten den schnellen Abschluss. Eine Zeitstrafe gegen Thomas Mormont brachte Eupen noch einmal kurz in Bedrängnis. Youngster Collin Herné sammelte wertvolle Einsatzminuten, doch der entscheidende Faktor blieb die Linksaußenposition: Hugo Rodado traf nahezu nach Belieben.
Beim Stand von 33:29 und nur noch zwei Minuten auf der Uhr war die Entscheidung gefallen. Eupen brachte den Vorsprung souverän über die Zeit und machte einen umkämpften, aber letztlich verdienten Heimsieg perfekt.
Endstand 33-29
Der Sieg gegen Houten bedeutet jetzt, dass sich die KTSV Herren am kommenden Sonntagmittag 10.05 um 12 Uhr in Geleen gegen Kreasa Houthalen im Spiel um den Platz 11 und 12 behaupten müssen, denn der Gewinner aus dem „kleinen Finale“ bleibt sicher in der SHL wohingegen der Verlierer 2 Relegationsspiele gegen den HC Sprimont absolvieren muss.
Also bereits jetzt unser Aufruf kommenden Sonntag 10.05 unbedingt den Weg nach Geleen eintreten, wenn es dort um de direkten Klassenerhalt geht.