KTSV Eupen - Handball in Eupen, Ostbelgien und Raum Aachen
Fotos: Bernd Rosskamp

Im vorletzten Saisonspiel der Coinmerce Super Handball League empfing die KTSV Eupen den Topfavoriten Royal Flora Holland HV Aalsmeer – ein Duell, das auf dem Papier klar verteilt schien, sich aber in der E‑Technik Arena schnell zu einem echten Schlagabtausch entwickelte. Eupen, das rechnerisch noch Chancen auf Rang zehn hat, wollte vor eigenem Publikum zeigen, dass es auch gegen die Schwergewichte der Liga bestehen kann. Und die Mannschaft von Trainer David L’Hoest legte engagiert los.

Ausgeglichene Anfangsphase – Eupen hält dagegen

Den besseren Start erwischten die Hausherren: Martin Massat netzte zum 1:0 ein, nachdem er überraschend den Vorzug vor Simon Bock auf Halbrechts erhalten hatte. Aalsmeer glich prompt aus, doch Nicolai Zidorn brachte Eupen wieder in Front. Bereits in Minute drei mussten die Ostbelgier den ersten Strafwurf hinnehmen – 2:2.

Trotz der klaren tabellarischen Ausgangslage präsentierte sich Eupen in der Anfangsphase auf Augenhöhe. Erst als Aalsmeer seine körperliche Überlegenheit ausspielte und aggressiv vorschob, geriet die Eupener Offensive ins Stocken. Ein paar technische Fehler zu viel ermöglichten dem Favoriten eine erste Vier-Tore-Führung (3:7). Der erste Siebenmeter der KTSV wurde zudem eine sichere Beute des Aalsmeer-Keepers Lou Peters.

Eupen findet Antworten – neue Kräfte bringen neuen Schwung

Geoffrey Lahonda verkürzte per schneller erster Welle auf 5:7, doch ein erneuter Ballverlust stellte die alte Differenz wieder her. Mit der Hereinnahme von Jérôme Majean bekam der Eupener Rückraum neue Impulse. Zweimal war Nicolai Zidorn zur Stelle, um Abpraller zu verwerten – das 7:9 und kurz darauf der Anschluss.

Als Eupen den zweiten Siebenmeter erhielt, verwandelte Lou Peters erneut souverän. Doch dann kam die erste Überzahlsituation für Eupen – und dieses Mal wussten die Hausherren Kapital daraus zu schlagen. Zwei schnelle Treffer, darunter ein Wurf ins leere Aalsmeer-Tor von Majean, brachten Eupen in der 21. Minute erstmals in Front: 11:10 – die Halle stand Kopf.

Schwungvolle Phase – Eupen fordert den Favoriten

Torhüter Youri Denert glänzte in dieser Phase mit mehreren starken Paraden und hielt Eupen im Spiel. Aalsmeer zeigte plötzlich ungewohnte Schwächen, doch die Gäste antworteten mit der Routine eines Topteams. Das Spiel wurde offener, wilder – Führung und Ausgleich wechselten im Minutentakt (14:14 / 27. Minute).

Kurz vor der Pause geriet Eupen erstmals in Unterzahl und musste den Preis dafür zahlen. Die Niederländer nutzten die Lücke entschlossen, zogen auf 14:16 davon und bauten ihre Führung bis zum Halbzeitpfiff sogar auf drei Treffer aus. Die Auszeit von Trainer L’Hoest kurz vor der Pause brachte nicht die gewünschte Stabilität.

Halbzeitstand 14:17

Die zweite Halbzeit begann mit einem Wechselbad der Gefühle. Beide Teams lieferten sich ein intensives Auf und Ab, bei dem zunächst unsere Mannschaft den besseren Start erwischte. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns wieder heran und verkürzten den Rückstand bis auf 20:23. Das Momentum schien zu kippen, doch Aalsmeer fand erneut Antworten und stellte den alten Abstand wieder her. Mit einem kleinen Zwischenspurt zogen die Gastgeber sogar auf fünf Tore davon.

Eupen gab nie auf und kämpfte weiter

Trotz dieses Rückschlags zeigte unser Team große Moral. Wir gaben zu keiner Zeit auf, warfen alle Kräfte in die Waagschale und versuchten mit verschiedenen taktischen Anpassungen das Spiel offen zu halten. Dabei profitierten wir mehrfach von Fehlern Aalsmeers, die uns regelrechte Gastgeschenke machten und uns so im Spiel hielten. Doch immer wieder verhinderten eigene Unkonzentriertheiten im Angriff, dass wir den Rückstand dauerhaft verkürzen konnten – Aalsmeer verpasste dadurch gleichzeitig, den sprichwörtlichen Deckel frühzeitig draufzumachen.

Als die Uhr nur noch eine Minute Restspielzeit anzeigte und wir mit sechs Toren (27:33) hinten lagen, setzte die Mannschaft noch einmal zu einem kleinen Endspurt an. Durch zwei Treffer von Mikka Förster und ein weiteres Tor von Martin Massat gelang eine Ergebniskorrektur, die das Endresultat von 30:33 herstellte.

Endergebnis 30:33

Diese Niederlage kam nicht unvorhergesehen, ein Sieg wäre eine deutliche Überraschung gewesen. Die Tabellensituation hat sich auf den Plätzen 11-14 nicht verändert und wird im letzten Ligaspiel kommenden Samstag keine Veränderung bringen. Die KTSV Eupen wird sich somit gezielt auf die Abstiegsrunde konzentrieren müssen, die den Verbleib in der Coinmerce Super Handball League ermitteln wird. Den Spielmodus und die Termine entnehmen sie bitte einem in Kürze folgenden Beitrag an dieser Stelle.