KTSV Eupen - Handball in Eupen, Ostbelgien und Raum Aachen

Am Drittletzten Spieltag verschlug es die Handballer der KTSV Eupen zum Tabellenachten von JD Techniek/Hurry-Up. Ihnen stand die längste Ausfahrt in den Norden der Niederlande bevor. Dem Trainerstab stand leider nur ein begrenzter Kader zur Verfügung, mit Julian Kirschbaum, der sich vor 2 Wochen einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte und Jérôme Majeran, der aus privaten Gründen passen musste, fehlten erneut 2 wichtige Rückraumspieler. Die Ausgangssituation ist so, dass nur noch Siege zählen werden, will man den bitteren Gang in die Abstiegsrunde vermeiden. Das Team muss ab sofort 110% in die Waagschale schmeißen und die Extrameile gehen, die es ihm in jedem Spiel abverlangt werden wird.

Ausgeglichene erste Halbzeit in den Niederlanden – Eupen und Hurry-Up gehen mit 12:12 in die Pause

Mit einer variablen Startsieben – bestehend aus Youri Denert, Simon Bock, Hugo Rodado, Geoffrey Lahonda, Martin Massat, Thomas Mormont, Nicolai Zidorn sowie Lou Peters für die Offensivaktionen – startete unsere Mannschaft konzentriert in die Partie bei Hurry-Up.

Die Gastgeber erwischten den etwas besseren Start und gingen mit 2:1 und 3:2 in Führung, doch Eupen blieb konsequent dran. Trotz zwei ungenutzter Chancen von Simon Bock blieb die Begegnung ausgeglichen. Lou Peters glich per Siebenmeter zum 3:3 aus. In dieser frühen Phase übernahm Nicolai Zidorn viel Verantwortung aus dem Rückraum und erzielte bereits seinen zweiten Treffer zum 4:4.

Unsere Abwehrarbeit überzeugte bereits in den Anfangsminuten. Youri Denert zeigte starke Reflexe und entschärfte mehrere klare Tormöglichkeiten der Niederländer. Dennoch wechselte die Führung regelmäßig zwischen beiden Teams. Ein weiterer vergebener Strafwurf verhinderte die mögliche Führung, doch kurz darauf war es Geoffrey Lahonda, der den ersten Eupener Vorteil zum 6:7 markierte – ehe Hurry-Up erneut ausglich.

Überzahl bringt Schwung – doch Fehler verhindern größeren Vorsprung

In der 16. Minute spielte Eupen erstmals in Überzahl, was Nicolai Zidorn sofort zum 7:8 nutzte. Mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss wäre zu diesem Zeitpunkt durchaus eine deutliche Führung möglich gewesen. Die defensive Ausrichtung, erneut mit dem offensiv agierenden Lahonda, bereitete Hurry-Up große Schwierigkeiten.

Luka Lanchava erhöhte nach einem Abpraller von Lou Peters auf 7:9. Kurz darauf wurde Sid Hartel im Gegenstoß regelwidrig gestoppt, und Lou Peters verwandelte den fälligen Siebenmeter souverän zum 7:10. Die Abwehr stand clever und zwang die Gastgeber wiederholt zu Offensivfehlern.

Allerdings schlichen sich auch im Eupener Spiel technische Fehler ein, sodass Hurry-Up den 10:10-Ausgleich herstellen konnte. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit kippte das Momentum leicht zugunsten der Niederländer, die auf 11:10 stellten.

Ausgeglichen in die Pause

Thomas Mormont sorgte kurz vor der Halbzeit erneut für die Führung zum 11:12, bevor sich Geoffrey Lahonda seine erste Zeitstrafe abholte. Mit dem 12:12-Pausenstand ging es schließlich ausgeglichen in die Kabine – ein leistungsgerechtes Ergebnis in einer umkämpften, aber von Fehlern auf beiden Seiten geprägten ersten Halbzeit.

Zweite Halbzeit: Eupen kämpft, verliert aber in umkämpfter Schlussphase mit 31:29

Eupen startete trotz Unterzahl energisch in die zweite Halbzeit: Sid Hartel eröffnete den Abschnitt mit dem 12:13. Kurz nach Wiederherstellung der Gleichzahl musste Martin Massat jedoch auf die Bank, doch Max Schunck parierte stark und hielt zwei aufeinanderfolgende gegnerische Siebenmeter. Eupen blieb in Führung und setzte die Gastgeber immer wieder mit kleinen Vorsprüngen unter Druck.

Beim 16:16 kam kurzfristig Hektik auf, doch Lou Peters und Thomas Mormont stellten mit konsequentem Abschluss wieder auf 16:18. Dennoch schien die Linie der Schiedsrichter weiterhin klar gegen Eupen zu laufen – bereits der dritte Strafwurf der zweiten Halbzeit brachte Hurry‑Up auf 17:18 heran. Die Niederländer blieben hauptsächlich durch die Häufung an Siebenmetern im Spiel.

Das Match blieb eng. Beim 19:19 war die Partie weiterhin völlig offen, doch die Frage stellte sich: Welche Mittel brauchte Eupen, um die zwei so wichtigen Punkte mitzunehmen? In der 45. Minute ging Hurry-Up erstmals in dieser Phase in Führung. Das Spiel wurde härter, intensiver und blieb von gegenseitigen Fehlern geprägt.

Um das gegnerische Angriffsspiel zu stören, rückte Hugo Rodado weit heraus in eine offensive Manndeckung. Dennoch setzte Hurry-Up sich beim 23:20 (48.) erstmals deutlicher ab. Eupen verpasste in dieser Phase mehrere gute Möglichkeiten, während die Niederländer vier Treffer in Serie erzielten und auf 26:22 davonzogen – begleitet vom nächsten Strafwurf gegen Eupen.

Jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Eupen musste Risiko gehen, um den Rückstand aufzuholen, doch mit jedem Angriff wurde die Zeit knapper. Beim 28:25 verkürzte Nicolai Zidorn zwar noch einmal, doch im direkten Gegenzug folgte die nächste Zeitstrafe – diesmal gegen Thomas Mormont. In Unterzahl wurde die Aufgabe für die verbliebenen Feldspieler noch schwieriger.

Trotz allem stemmte sich Eupen gegen die drohende Niederlage. Lou Peters traf zum 28:26, doch Hurry-Up stellte kurz darauf auf 30:26 und sorgte zwei Minuten vor Schluss für eine Vorentscheidung. Unsere Mannschaft gab nicht auf, kämpfte bis zum letzten Angriff, musste sich aber schließlich mit 31:29 geschlagen geben.

Eine Niederlage, die bitter schmeckt – denn ein Sieg wäre absolut möglich gewesen. Zu viele ausgelassene Chancen und unnötige Fehler verhinderten am Ende den wichtigen Auswärtserfolg. In einer Liga dieser Qualität wird das konsequent bestraft.