Am Samstagabend kam es zum Aufeinandertreffen zwischen der KTSV Eupen und dem Serienmeister der SHL aus Bocholt. Ein Rückspiel, bei dem die Herren vom Stockbergerweg noch etwas gut zu machen haben, nachdem sie beim Hinspiel mit 38-21 unter die Räder gekommen waren und nicht ihr Potential haben abrufen können.
Fotos: Bernd Rosskamp
Heute musste das Team aus privaten Gründen auf Jérôme Majean verzichten.
Ein unglücklicher Abpraller brachte Bocholt früh mit 0:1 in Führung, doch Nicolai Zidorn glich umgehend aus. Eupen startete mit der taktischen Maßnahme, direkt mit sieben Feldspielern anzugreifen, um eine Überzahl zu schaffen. Bereits nach drei Minuten kassierte Yannick Glorieux nach einem Treffer ins Gesicht von Youri Denert die erste Zeitstrafe – Eupen nutzte die Gelegenheit und ging 2:1 in Führung. Nach dem Kopftreffer übernahm Max Schunck zunächst den Platz zwischen den Pfosten.
Zidorn war weiterhin treffsicher und markierte mit seinem dritten Tor das 3:2. Eupen versuchte das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, um Bocholts starkes Umschaltspiel zu unterbinden. Trotzdem zeigte Bocholt genau dieses bei den Treffern zum 3:4, 3:5 und 3:6, als sie wiederholt ins verwaiste Tor trafen – Eupen blieb bei der Siebenfeldspielertaktik.
Julian Kirschbaum beendete die Torflaute zum 4:7, doch nach nur 13 Minuten lag Eupen bereits 4:10 hinten. Die Abwehr stand zu selten kompakt, der Gegner kam zu leicht an den Sechsmeterraum und damit zu einfachen Würfen. In der 16. Minute stellte Trainer David L’Hoest erstmals auf den klassischen 6‑gegen‑6‑Angriff um (5:11). Das langsame Angriffsspiel erinnerte phasenweise an Handball aus den 90er Jahren. Das klare 6:13 zeigte die Kräfteverhältnisse deutlich.
Eine weitere taktische Maßnahme war die offensive Deckung der beiden Rückraumspieler. Diese öffnete jedoch große Räume am Kreis (7:14). Eupen kämpfte darum, Schlimmeres zu verhindern, konnte sich aber nur selten entscheidend durchsetzen. Zwei schöne Kreistreffer von Luka Lanchava sorgten kurz für Hoffnung (9:16). Doch mit einem ernüchternden 9:17 ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Fazit
Eupen sucht und probiert verschiedene taktische Lösungen, beißt sich jedoch am Gegner die Zähne aus. Bocholt hatte es insgesamt zu leicht, die Eupener Bemühungen jederzeit unter Kontrolle zu halten
Halbzeitstand 9-17
Die große Frage zur Halbzeitpause lautete: Was sollte – und was konnte – von Eupen in Abschnitt zwei noch kommen? Die Antwort folgte schnell, denn den besseren Start erwischte Bocholt mit dem Treffer zum 9:18. Bereits in der 35. Minute zeigte die Anzeigetafel ein deutliches 10:20 – der Abstand wuchs weiter, und Eupen fand offensiv wie defensiv kaum ein Mittel, um sich zu stabilisieren.
Unsere Angriffsversuche landeten zu oft neben dem Tor, die Abschlüsse waren ein schwieriges Unterfangen an diesem Abend (12:22, 40. Minute). Per Siebenmeter erhöhte Bocholt sogar auf 12:23. Eupen fand weiterhin kein Rezept, um den Serienmeister ernsthaft unter Druck zu setzen. Während die eigenen Chancen teils fahrlässig vergeben wurden, traf Bocholt nahezu nach Belieben aus allen Positionen. Der Klassenunterschied war mittlerweile deutlich spürbar (14:28).
Mitte der zweiten Halbzeit wurde Eupen regelrecht vorgeführt. Niemandem konnte man mangelnden Einsatz vorwerfen – es wurde verschiedenes probiert –, doch das Glück klebte heute nicht an den Händen. Das 15:32 in der 50. Minute unterstrich klar, wer das Spielgeschehen kontrollierte. Obwohl das Team die Köpfe oben ließ und sich weiter anbot, tat das Ergebnis allen sichtbar weh. Und Bocholt blieb dabei, die Eupener Treffer konsequent zu verdoppeln (17:34, 53. Minute).
In den letzten Minuten plätscherte die Partie ohne Spannung dahin. Spieler wie Zuschauer sehnten den erlösenden Schlusspfiff herbei (21:36). Zwar trafen beide Mannschaften noch abwechselnd, doch die deutliche Niederlage war längst besiegelt. In der 59. Minute erhielt Eupen schließlich seinen ersten Strafwurf der Partie – er brachte den 24:37-Endstand.