Es kam heute zum Showdown in der Super Handball League in Geleen. Eupen stand dem Team von Kreasa Houthalen gegenüber und musste gewinnen, wollte des den direkten Verbleib in der SHL festmachen. Leider mussten wir auf Nicolai Zidorn verzichten, was angesichts seiner bisherigen Form ein herber Verlust war. Dazu gesellte sich aber erneut Aaron Brülls, der bereits Mitte der Saison mehrere Male dabei war.
Fotos: Bernd Rosskamp
Eupen kämpft sich ins Spiel und setzt sich ab
Die Partie begann alles andere als optimal für Eupen: Houthalen erwischte den besseren Start und ging früh mit 0:1 in Führung. Noch wirkten die Hausherren unsortiert – gleich drei technische Fehler in Form von Fehlpässen prägten die Anfangsphase. Die Gäste setzten Eupen mit einer hochstehenden Abwehr zwischen neun und zehn Metern zusätzlich unter Druck, wodurch sich unsere Mannschaft enorm schwertat, in den Spielfluss zu finden.
Nach sechs Minuten stand immer noch kein Treffer auf Eupener Seite zu Buche, ehe Lou Peters endlich den Bann brach. Mit seinem Treffer zum 1:1 brachte er nicht nur den Ausgleich, sondern auch spürbar mehr Sicherheit ins Spiel. Beim Stand von 2:2 war Eupen schließlich endgültig angekommen. Auch Simon Bock übernahm Verantwortung und stellte mit zwei Treffern den Gleichstand zum 4:4 her.
Dennoch blieb die Intensität auf beiden Seiten zunächst aus – zu viel stand auf dem Spiel, was sich in einer gewissen Nervosität widerspiegelte. Erst Hugo Rodado setzte ein Zeichen und riss das Spiel an sich. Gemeinsam mit Simon Bock, der einen schnellen Gegenstoß nach starker Abwehrarbeit erfolgreich abschloss, gelang Eupen erstmals eine Zwei-Tore-Führung (6:4, 12.).
Max Schunck stand zur Stelle und hielt.
Defensiv konnte sich Eupen auf einen starken Rückhalt verlassen: Max Schunck präsentierte sich im Tor in glänzender Verfassung und gab seiner Mannschaft die nötige Sicherheit. Einen kleinen Dämpfer gab es jedoch in der 13. Minute, als Thomas Mormont die erste Zeitstrafe der Partie kassierte. Houthalen nutzte die Überzahl prompt zum Anschlusstreffer.
Was folgte, war eine Phase vergebener Möglichkeiten: Eupen ließ mehrere hochkarätige Chancen ungenutzt und brachte den Gegner dadurch unnötig zurück ins Spiel, der sich den Ausgleich sicherte. Dennoch war es erneut Lou Peters, der zum 7:6 traf – während Max Schunck mit einer weiteren Parade glänzte.
Auch Luka Lanchava setzte Akzente: Mit einem kraftvollen Durchbruch holte er den ersten Siebenmeter für Eupen heraus. Doch das Pech blieb – Lou Peters scheiterte am stark reagierenden Gästetorhüter. Das Spiel nahm nun merklich an Tempo auf, was Martin Massat zum 8:7 nutzte. Dennoch blieb die Chancenverwertung ein Problem – bereits vier klare Möglichkeiten wurden vergeben.
Massat zeigte sich weiter treffsicher und markierte auch das 10:9, zudem zog er eine weitere Zeitstrafe gegen Houthalen. In Überzahl erhielt Eupen den zweiten Siebenmeter: Simon Bock übernahm Verantwortung und verwandelte sicher zum 11:9. Houthalen reagierte defensiv mit einer Manndeckung gegen Lou Peters – doch das öffnete Räume für Bock, der diese konsequent nutzte.
Mit dem Treffer zum 13:9 in der 26. Minute setzte Eupen ein deutliches Signal in Richtung Sieg. In der Defensive blieb jedoch nicht alles fehlerfrei – doch wann immer Lücken entstanden, war Max Schunck zur Stelle und hielt seinen Kasten sauber.
Bis zur Halbzeitpause konnte Eupen noch zweimal nachlegen und ging schließlich mit einer komfortablen 15:10-Führung in die Kabine – ein starkes Statement nach holprigem Beginn und eine vielversprechende Ausgangslage für die zweite Hälfte.
Halbzeitstand 15-10
Eupen bewahrt kühlen Kopf und sichert den Klassenerhalt
Die zweite Hälfte begann mit einem kleinen Rückschlag für Eupen: Houthalen erzielte den ersten Treffer nach dem Seitenwechsel und profitierte zudem von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung. Den daraus resultierenden Strafwurf verwandelten die Gäste sicher zum 16:12. Kurzzeitig drohte das Spiel wieder zu kippen – doch Eupen fand die richtige Antwort.
Mit dem 19:12 erspielten sich die Ostbelgier schnell wieder einen komfortablen Vorsprung. Dennoch blieb Houthalen hartnäckig und nutzte eine Phase der Inkonsequenz im Eupener Angriff, um mit zwei Treffern in Folge zu verkürzen. Eupen wirkte kurzzeitig unsicher, doch Jérôme Majean übernahm Verantwortung: Mit einem entschlossenen Wurf stellte er in der 40. Minute auf 20:14 und legte wenig später das 21:15 nach.
Eupen hielt Houthalen auf Distanz
Defensiv brachte die Einwechslung von Aaron Brüll frischen Schwung. Mit viel Körpereinsatz stabilisierte er die Eupener Abwehr und setzte wichtige Impulse. Offensiv sorgte eine Szene am Kreis für das nächste Highlight: Sid Hartel wurde regelwidrig gestoppt, den fälligen Siebenmeter verwandelte Simon Bock eiskalt zum 23:17 (47.). Eupen hielt zu diesem Zeitpunkt konstant einen Fünf-Tore-Vorsprung.
Doch Houthalen gab sich weiterhin nicht geschlagen. Beim Stand von 25:21 keimte noch einmal Hoffnung auf Seiten der Gäste auf. In dieser Phase zeigte Kapitän Thomas Mormont seine Klasse: Vom Kreis blieb er nervenstark und stellte auf 26:21. Auch Torhüter Max Schunck avancierte einmal mehr zum Rückhalt seiner Mannschaft, als das Spiel kurzzeitig hektischer wurde.
Mit noch acht verbleibenden Minuten führte Eupen mit 27:22 – der Klassenerhalt rückte greifbar nahe. Die Gastgeber hielten ihr Schicksal fest in den eigenen Händen. Vor allem Simon Bock übernahm erneut Verantwortung: Zweimal setzte er sich im Eins-gegen-Eins durch und traf souverän zum 29:24. Eupen war nun nur noch wenige Minuten vom Ziel entfernt.
In der Schlussphase lagen die Nerven spürbar blank, doch Eupen bewahrte die nötige Ruhe. Hugo Rodado traf mit seinem Treffer zum 30:24 vermutlich die Vorentscheidung. Kurz darauf erhöhte Geoffrey Lahonda auf 31:24, ehe Martin Massat sogar ins leere Tor zum 32:24 traf. Den Schlusspunkt einer starken Eupener Phase setzte ein sehenswertes Kempa-Tor zum 33:24.
Houthalen gelang zwar noch Ergebniskorrektur zum 33:26, doch am Ausgang der Partie änderte das nichts mehr: Der Schlusspfiff besiegelte den verdienten Sieg für Eupen.